Der Ringtausch zur freien Trauung – Bedeutung, Ablauf und schöne Ideen

Der Ringtausch gehört für die meisten zur freien Trauung wie der Brautkuss.

Nach dem Brautkuss ist der Ringtausch nach meiner Erfahrung das mit Abstand häufigste Ritual bei einer freien Trauung. Tatsächlich habe ich in all den Jahren als Traurednerin bisher nur zweimal erlebt, dass ein Paar darauf verzichtet hat. Bei einem Paar waren die „Eheringe“ bereits auf die Finger tätowiert. Ein anderes Paar hatte seine Ringe bei der standesamtlichen Hochzeit getauscht und wollte diesen Moment bei der freien Trauung bewusst nicht wiederholen.

Und genau das zeigt schon etwas ganz Wichtiges: Bei einer freien Trauung gibt es kein Muss. Auch nicht beim Ringtausch.

Ringe in Box
Ringtausch zur freien Trauung

Welche Bedeutung hat der Ringtausch?

Eheringe sind eines der bekanntesten Symbole für Ehe und Verbundenheit. Ihre runde Form ohne Anfang und Ende steht traditionell für Beständigkeit, Zusammengehörigkeit und eine Verbindung, die dauerhaft sein soll.

Mit dem gegenseitigen Anstecken der Ringe bekommt das zuvor gesprochene Versprechen außerdem etwas Sichtbares. Der Ring begleitet euch anschließend im Alltag – lange nachdem der Hochzeitstag vorbei ist.

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb dieser Moment während einer Trauung häufig eine ganz besondere Wirkung hat. Er braucht keine große Inszenierung. Zwei Menschen, zwei Ringe und manchmal nur wenige Worte reichen vollkommen aus.

Dabei hat der Ringtausch während einer freien Trauung keine rechtliche Bedeutung. Gerade das bietet aber viel Freiheit: Ihr könnt diesen Moment genau so gestalten, wie er zu euch passt.

Wann findet der Ringtausch bei einer freien Trauung statt?

Einen vorgeschriebenen Ablauf gibt es bei einer freien Trauung nicht.

Meistens findet der Ringtausch jedoch im letzten Drittel der Zeremonie statt. Häufig folgt er auf das persönliche Eheversprechen oder das Ja-Wort. Anschließend kann beispielsweise der Brautkuss folgen.

Der genaue Zeitpunkt hängt aber immer vom Aufbau der gesamten Zeremonie ab. Für mich sollte sich der Ringtausch nicht wie ein einzelner Programmpunkt anfühlen, der auf einer Liste abgehakt wird, sondern natürlich aus der Trauung heraus entstehen.

Ring an ihrem Finger
Ring an seinem Finger

Was sagt man beim Ringtausch?

Auch hier habt ihr verschiedene Möglichkeiten.

Ihr könnt euch die Ringe einfach gegenseitig anstecken und diesen Moment ganz für sich wirken lassen. Ihr könnt einen kurzen gemeinsamen Satz sprechen oder euch gegenseitig ein paar persönliche Worte sagen.

Manche Paare verbinden den Ringtausch mit ihrem Eheversprechen. Andere möchten ihr persönliches Eheversprechen lieber vorher sprechen und beim Ringtausch nur noch einen kurzen Satz verwenden.

Wichtig ist nicht, wie viele Worte ihr sagt. Wichtig ist, dass es zu euch passt.

Und wenn ihr euch vor vielen Gästen nicht wohl dabei fühlt, ein langes Eheversprechen auswendig vorzutragen, müsst ihr das natürlich auch nicht tun. Gerade bei einem Ringtausch können wenige, ehrlich gemeinte Worte sehr viel stärker wirken als ein langer vorbereiteter Text.

Ringkissen
Ring an den Finger stecken

Wer bringt die Ringe?

Auch diese kleine Frage bietet bei einer freien Trauung erstaunlich viele Möglichkeiten.

Klassischerweise hat einer der Trauzeugen die Ringe bei sich und überreicht sie während der Zeremonie. Manchmal befinden sich die Ringe aber auch schon vorn bei mir auf einem Tischchen. Besonders schön finde ich es aber auch, andere für euch wichtige Menschen einzubeziehen.

Vielleicht bringt eines eurer Kinder die Ringe nach vorne. Vielleicht ein Patenkind, Geschwister oder ein guter Freund. Auch ein kleiner Ringträger kann so während der Trauung eine ganz besondere Aufgabe übernehmen.

Wenn ein Kind die Ringe bringen soll, lohnt es sich allerdings immer, einen kleinen Plan B zu haben. Denn gerade kleine Kinder entscheiden manchmal spontan, dass sie heute ganz andere Pläne haben als Brautpaar und Traurednerin.

Ein aktueller Trend ist auch, die Ringe vor der Trauung unter einem zufälligen Stuhl zu befestigen. Auf ein Zeichen hin schauen bzw. tasten alle Gäste unter ihrem Stuhl und so ergibt sich dann der Ringträger.

Kind hält Ringe
Kind bringt Ringe auf Ringkissen
Tanten bringen die Ringe
Ringe stehen schon bereit

Ring Warming – die Gäste beim Ringtausch einbeziehen

Eine schöne Erweiterung des klassischen Ringtausches ist das sogenannte Ring Warming.

Dabei werden die Eheringe vor dem eigentlichen Ringtausch durch die Reihen der Gäste gegeben. Jeder darf sie einen kurzen Moment in der Hand halten und ihnen gedanklich einen guten Wunsch für das Brautpaar mitgeben.

Am Ende gelangen die Ringe wieder nach vorne und werden anschließend vom Brautpaar gegenseitig angesteckt.

Besonders schön funktioniert dieses Ritual meiner Erfahrung nach bei kleineren Hochzeitsgesellschaften. Bei sehr vielen Gästen kann das Weiterreichen der Ringe dagegen schnell lange dauern oder Unruhe in die Zeremonie bringen.

Müssen wir bei der freien Trauung die Ringe noch einmal tauschen?

Diese Frage stellt sich besonders häufig, wenn die standesamtliche Hochzeit bereits stattgefunden hat.

Meine Antwort lautet: Ihr müsst gar nichts.

Wenn sich der erneute Ringtausch für euch richtig anfühlt, könnt ihr ihn wunderbar in eure freie Trauung integrieren. Für viele Paare ist die freie Trauung die Zeremonie, die sie emotional als ihre eigentliche Hochzeit empfinden – und deshalb möchten sie auch genau dort ihre Ringe noch einmal bewusst anstecken.

Wenn ihr dagegen sagt: „Diesen Moment hatten wir bereits beim Standesamt und möchten ihn nicht wiederholen“, ist das genauso richtig.

Genau das ist schließlich einer der großen Vorteile einer freien Trauung: Die Zeremonie richtet sich nach euch – und nicht ihr euch nach der Zeremonie.

Kind bringt Ringe im Kästchen
Er steckt ihr den Ring an

Noch mehr Rituale für eure freie Trauung

Der Ringtausch ist nur eine von vielen Möglichkeiten, eine freie Trauung mit symbolischen Momenten zu gestalten. Vom Sandritual über eine Traukerze, einer symbolischen Trauurkunde bis hin zum Handfasting gibt es viele weitere Rituale, die sich individuell in eure Zeremonie integrieren lassen.

Wenn ihr noch auf der Suche nach Ideen seid, findet ihr in meinem Beitrag „Rituale bei einer freien Trauung“ weitere Möglichkeiten und Inspirationen für eure persönliche Trauzeremonie auf Mallorca.

Die Fotos auf dieser Blogartikelseite stammen aus der Linse von Lukas P. Schmidt und Danyel André

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